Dem (Neo-)Faschismus auf der Spur (Paperback)

ISBN/EAN: 9783961700431
Sprache: Deutsch
Umfang: 148
Einband: Paperback
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Editorial »Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch« – dieser Satz von Bertolt Brecht über die Gefahr eines neuen Faschismus ist heute aktueller denn je. Dabei ist diese Bedrohung nicht nur auf Deutschland bezogen, sondern in europäischen und außereuropäischen Ländern virulent. Mit diesen Entwicklungen und Tendenzen beschäftigt sich das Schwerpunktthema. Dabei ergänzen auch Beiträge in anderen Rubriken die inhaltliche Aufarbeitung des Themas. Mit der theoretischen Erarbeitung des Faschismusbegriffs im Rahmen der Kommunistischen Internationale beschäftigt sich Hans-Peter Brenner, da es für die Entwicklung politischer Handlungsfähigkeit notwendig ist, sich über Abgrenzungen zwischen bürgerlichen, konservativen und offen faschistischen Herrschaftsformen klar zu werden. Wichtig ist dabei vor allem, in welchem Klasseninteresse unter welchen Voraussetzungen die Errichtung einer faschistischen Herrschaft droht. Den Blick auf die bundesdeutsche Situation eröffnet Beate Landefeld mit ihrer Analyse der Parteienlandschaft vor der Bundestagswahl. Gerd Wiegel analysiert das Bundestagswahl- Programm der AfD, wobei deutlich wird, wieviel »Höcke« darin enthalten ist. Dass es nicht nur um Parteien geht, zeigen Klaus Dörre, der sich mit dem Einfluss der extremen Rechten innerhalb der Arbeiterbewegung beschäftigt und Werner Zimmer-Winkelmann, der die ideologische Bedeutung von Querdenkern bei der rechten Krisen-»Bewältigung« untersucht. Dazu gehört auch die Rezension des Bandes von Wilhelm Heitmeyer über »Rechte Bedrohungsallianzen«. Extrem rechte Entwicklungen werden in diesem Land auch vom Staatsapparat und den Sicherheitsorganen vorangetrieben, wie Volkmar Schöneburg am Beispiel des Sicherheitsstaates zeigt, Ulli Sander an der Entwicklung extrem rechter Netzwerke in Armee und Polizeiapparat sowie Rolf Geffken an den Spuren von faschistischem Un-Geist im Arbeitsrecht. Zu diesem Komplex gehört auch der Beitrag von Rechtsanwalt Ralph Dobrawa, der die skandalöse Rolle der bundesdeutschen Justiz bei der Strafverfolgung im Zusammenhang mit dem Thälmann-Mord zusammenfassend nachzeichnet. Den zweiten Schwerpunkt bilden Aufsätze zu neofaschistischen Entwicklungen in europäischen und außereuropäischen Staaten. Ulrich Schneider gibt einen exemplarischen Überblick über den Einfluss extrem rechter Parteien in verschiedenen Staaten der europäischen Union, wobei er auch deren Verbindungen zu militanten Neofaschisten in den Blick nimmt. Nachdem mit dem »Sturm auf das Kapitol« im Januar 2021 kurzzeitig der Neofaschismus in den USA mediale Aufmerksamkeit erhielt, liefert Sarah Kant einen knappen Überblick über Ideologie und politische Praxis der amerikanischen Neonazis. Peter Nowak untersucht die neofaschistischen Kräfte und ideologischen Ansätze, die sich im Umfeld der Regierung von Bolsonaro in Brasilien entwickelten und Benjamin Zachariah erläutert in einem Interview die faschistischen Elemente in der hindu-nationalistischen Bewegung in Indien unter der Modi-Herrschaft. Was mancher in diesem Heft vermissen wird, ist eine Analyse der Gegenkräfte und einer antifaschistischen Strategie. Dem Thema soll im kommenden Jahr ein eigenes Schwerpunkt-Heft gewidmet werden.
Gastkommentar Mein lieber Herr Verfassungsschutz!, Norman Lenz Aktuelles Das Parteiensystem vor der Bundestagswahl 2021, Beate Landefeld Deutsche Normalität – AfD-Wahlprogramm und Aussichten, Gerd Wiegel »#wirmachen« – Unternehmerforderungen an die zukünftige Bundesregierung, Stefan Kühner »Änderung der Gleichung« im Konflikt Israel/Palästina, Manfred Ziegler Wer Betriebsräte stärken will, darf von Union Busting nicht schweigen!, Elmar Wigand Zum Tod von Werner Seppmann, Arnold Schölzel Thema: Dem (Neo-)Faschismus auf der Spur Faschismustheorie: Über Kapitalismusvarianten, (reaktionäre) »Herrschaftsformen« und antifaschistische Strategieentwicklung, Hans-Peter Brenner Gibt es eine Arbeiterbewegung von rechts? Eindrücke einer qualitativen Befragung, Klaus Dörre Bewältigung der Alltagspraxis von rechts, Werner Zimmer-Winkelmann Der Staatsapparat und die extreme Rechte, Ulrich Sander Der Sicherheitsstaat und das Problem der Kontinuität zur NS-Vergangenheit, Volkmar Schöneburg Faschistische Ideologie im Arbeitsrecht?, Rolf Geffken Extreme Rechte in Europa – eine kurze Bestandsaufnahme, Ulrich Schneider Neofaschismus in den USA, Sarah Kant Bolsonaro und die gespaltene Bourgeoisie, Jörg Nowak Indien hat die älteste faschistische Bewegung der Welt, Ein Gespräch mit dem Historiker Benjamin Zachariah Positionen Die traurige Bilanz der Strafverfolgung des Mordes an Ernst Thälmann, Ralph Dobrawa One Nation Under God, Christlicher Nationalismus in den Vereinigten Staaten, Holger Wendt Hongkong ist nicht Westberlin, Klaus Ludwig Freihandel, Ware Arbeitskraft und Migration, Dr. Artur Pech John MacLean, schottischer Arbeiterführer und Revolutionär (1879-1923), Priscilla Metscher Rezensionen Ludwig Elm / Manfred Weißbecker u. a., Das faschistische Echo der Vergangenheit, (Ulrich Schneider) Heitmeyer, Wilhelm / Freiheit, Manuela / Sitzer, Peter: Rechte Bedrohungsallianzen (Werner Zimmer-Winkelmann) Wolfram Elsner: Die Zeitenwende – China, USA und Europa »nach Corona« (Karl-Heinz Peil) Daum, Timo; Nuss, Sabine (2021, Hrsg.): Die unsichtbare Hand des Plans. Koordination und Kalkül im digitalen Kapitalismus (Annette Schlemm) Uwe Behrens: Feindbild China. Was wir alles nicht über die Volksrepublik wissen (Marc Püschel) Sahra Wagenknecht, Die Selbstgerechten – Mein Gegenprogramm für Gemeinsinn und Zusammenhalt (Bernhard Trautvetter) Gerd Schumann, »WOLLT IHR MICH ODER EURE TRÄUME?« JOSCHKA FISCHER. EIN NACHRUF (Diether Dehm) Werner Seppmann, Gibt es überhaupt noch eine Arbeiterklasse? Sozialstrukturanalyse und politische Handlungsperspektiven (Herbert Münchow) Th. Sablowski, J. Dellheim, A. Demirovi?, K. Pühl, Ingar Solty (Hrsg.), Auf den Schultern von Karl Marx (Klaus Müller) Peter Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1830-1870. Vormärz-Nachmärz. (Rüdiger Bernhardt)